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Rudolf Wachter - Aus dem Stamm |
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Die Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung präsentiert diesen Herbst das Werk des Bildhauers Rudolf Wachter. Ausgangspunkt und Material des Künstlers ist Holz, das er als lebendigen Werkstoff begreift, mit dem er in einen Dialog tritt. Aus dieser Zwiesprache entwickelt er Skulpturen, die nicht gegen, sondern nur mit den Möglichkeiten der Natur realisierbar sind.
Der Schnitt mit der Kettensäge in den frisch gefällten noch feuchten Holzstamm bis ins Zentrum, das sogenannte Herz eines Baumes, ist seit den 70er Jahren Ausgangspunkt von Wachters plastischer Arbeit. Die großporigen Zellen der äußeren jüngeren Jahresringe eines Baumstamms enthalten mehr Wasser als die älteren und verdichten sich während des Trocknens stärker. Ein radialer Schnitt öffnet sich daher keilförmig. Das Holz entwickelt durch einen solchen Kern-oder Schwundschnitt formverändernde Kräfte. Der Künstler überlässt die Gestalt seiner Skulpturen nicht dem Zufall; er arbeitet mit einem lebenden Organismus und bezieht dessen natürliche Prozesse in sein Werk ein. Damit hat Rudolf Wachter in den vergangenen Jahrzehnten maßgeblich zu einer Neuformulierung von Holzskulptur in Deutschland beigetragen. Seine monumentalen Außenplastiken sind dabei ebenso wie seine für Innenräume geschaffenen Reliefs, Würfel oder Spiralen auf elementare Grundformen reduziert. Diese mit der Kettensäge immer aus einem einzelnen Holzstamm geschnittenen Körper treten in eine vielschichtige Wechselwirkung von Licht und Schatten, Umgebung und Betrachter – Form wird dadurch unmittelbar erfahrbar gemacht. Anlässlich des 80. Geburtstags von Rudolf Wachter würdigt die Kunsthalle der HypoKulturstiftung nun das Werk dieses seit 1949 in München ansässigen Bildhauers mit einer großen Einzelausstellung. Die Kuratorin Dr. Christiane Lange verdeutlicht mit dieser längst anstehenden Schau, wie sich das subtile Werk Wachters in den letzten Jahrzehnten konsequent entwickelt hat. Die Ausstellung zeigt rund 50 Skulpturen, die teilweise auch außerhalb der eigentlichen Ausstellungsräume der Kunsthalle präsentiert werden. Da monumentale Außenskulpturen die Maße der Kunsthalle sprengen, wird dieser wichtige Aspekt im Schaffen Wachters zumindest exemplarisch vorgeführt. Ein acht Meter hoher Mahagonistamm verändert temporär die kaum mehr als öffentlicher Raum wahrgenommene Fußgängerzone in der Theatinerstraße. Die zweiteilige Stammskulptur gestaltet einen Platz, der sonst nur Durchgangszone ist, und macht bewusst, wie Kunst ein Stadtbild verändert. Gleichzeitig wird durch die erweiterte Präsentation, die auch Kassenhalle, Café und Lounge mit einbezieht, sinnlich erfahrbar, wie unterschiedlich Skulpturen in einer musealen oder aber einer alltäglichen Umgebung wahrgenommen werden. Zur Ausstellung erscheint ein umfangreicher Katalog im Hirmer Verlag München mit Abbildungen aller ausgestellten Werke und Beiträgen von Andreas Kühne, Christiane Lange, Sabine Muschler, Wolfgang Welsch und Paul Wühr. Die Ausstellung wird von einer Vortragsreihe begleitet. Die Veranstaltungen am 30. September und am 14. Oktober 2003 finden jeweils um 18.00 Uhr im großen Vortragssaal des Literaturhauses, Salvatorplatz 1 in München statt. Der Eintritt ist frei.
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English SummaryRudolf Wachter. Out of tree trunksThis autumn the Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung is presenting the works of the sculptor Rudolf Wachter. The artist‘s starting point and artistic medium is wood, which he treats as a living material, entering into a dialogue with it. The sculptures he develops from this two-way relationship are made possible by working in cooperation with natural processes, rather than against them.The cut with the chain-saw into the freshly felled and still moist tree trunk, right to the centre or heart of the tree, has been the starting point for Wachter 's sculptures ever since the 1970s. Being large-pored, the cells of the younger annual rings on the outer perimeter of tree trunks contain more water than the older ones, and during the drying process they shrink to a greater extent, with the result that a radial cut will open up in a wedge shape. Through a core incision like this, the wood develops forces which cause it to change shape. The artist does not leave the design of these sculptures to chance;working with a living organism, he incorporates its natural processes into his work. In so doing, Rudolf Wachter has contributed in no small measure to a new conception of German wood sculpture over the past few decades. His monumental outdoor sculptures will be on show, as well his works for indoors:reliefs, cubes and spirals, reduced to elementary, basic forms. These objects interact with light and shade, environment and viewer on many different levels. In this way, shape is made into a direct experience. To mark the 80 th birthday of the sculptor, who has been resident in Munich since 1949, the Kunsthalle will be paying tribute to his works with a large individual show. In this exhibition the curator of the Kunsthalle, Dr. Christiane Lange, indicates the way in which Rudolf Wachter 's subtle art has undergone a steady development over the last few decades. Around 50 exhibits will be on show, including some outside the actual exhibition hall of the Kunsthalle. Monumental outdoor sculptures cannot be accommodated in the Kunsthalle;nevertheless, this important aspect of Wachter 's creativity will also be shown, if only representatively. An eight-metre tall mahogany trunk will temporarily transform the pedestrian precinct in Theatinerstraße, hitherto scarcely perceived as a public place. This two-piece sculpture will lend artistic form to an area normally regarded as a mere thoroughfare, thus heightening awareness of the contribution of art to the cityscape. At the same time, the extended exhibition, with works situated in the ticket hall, café and lounge, will enable visitors to experience at first hand the various ways in which sculpture can be effective in an everyday environment as well as in a gallery. The exhibition will be accompanied by a comprehensive catalogue published by Hirmer Verlag, Munich, and two lectures (in German language). flyer Opening hours, admission, location, guided tours, Café, Shop, ... |