1988
10. Juni bis 24. Juli

München Focus´88
Erster Teil



05. Aug bis 02. Okt

München Focus´88
Zweiter Teil
€ 17,-

Die von der Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung vorbereitete Ausstellung zeitgenössischer Kunst in München findet in zwei Teilen statt und zeigt Werke von 14 Künstlern der mittleren und jüngeren Generation. Sie wurde von Zdenek Felix konzipiert und unter der beratenden Mitwirkung von Peter M. Bode, Laszlo Glozer, Michael Meuer, Peter-Klaus Schuster, Michael Tacke und Armin Zweite entwickelt.

In den 80er Jahren hat München als Schauplatz der Gegenwartskunst zunehmend Bedeutung erlangt. Vorbereitet wurde diese Entwicklung bereits im vorhergehenden Jahrzehnt durch Aktivitäten von mehreren Künstlern, Galerien und Kritikern. Heftiger als in anderen deutschen Großstädten wurde in München um die Erdskulpturen von Michael Heizer und Walter de Maria, sowie den Ankauf eines Werkes von Joseph Beuys für die Städtische Galerie diskutiert. Gerade diese Auseinandersetzungen trugen zur Belebung des Kunstklimas an der Isar bei. Die Veränderungen schlugen sich auch in der Arbeit der neuen Künstlergeneration der 70er Jahre nieder. Mehrere Absolventen der Münchner Akademie fanden in dieser Zeit zu spezifischen formalen Positionen, in welchen sich nicht zuletzt auch bestimmte lokale Entwicklungen widerspiegeln, deren Wurzeln entfernt in dem romantisch empfundenen Klassizismus eines Leo von Klenze liegen. Doch auch gegensätzliche Positionen machen sich bemerkbar.

"MÜNCHEN FOCUS '88" unternimmt den Versuch, die aktuellen Auswirkungen der skizzierten Entwicklung anhand von ausgewählten Beispielen der Werke von 14 Künstlern zu belegen. Wenn auch der historisch-retrospektive Aspekt keinesfalls ausgeklammert ist, konzentriert sich die Ausstellung vorrangig auf die Gegenwart. Bis auf geringe Ausnahmen werden Arbeiten aus den Jahren 1987-88 vorgestellt. In den meisten Fällen haben die Künstler spezifische Raum- und Videoinstallationen entworfen oder aber Bilder und Plastiken geschaffen, die zum ersten Mal gezeigt werden.

Entscheidend hier ist nicht das Medium, sondern die klare Haltung des Künstlers, seine Fähigkeit, die gewählten Mittel formal und adäquat richtig einzusetzen. Dennoch handelt es sich keinesfalls um eine "programmatische" Ausstellung. Ferner sollen auch keine Gruppierungen vorgestellt werden. Der Sinn der Schau liegt nicht zuletzt in ihrer Offenheit: aus der Vielfalt der gedanklichen und formalen Konzepte geht auch die Vielheit der künstlerischen Position der heutigen aktuellen Kunst in München hervor.

Die Ausstellung "MÜNCHEN FOCUS '88" versteht sich insofern als pointierter Blick auf die gegenwärtige Kunstszene in München, als diese Schau bewußt auf die so populäre Ausgewogenheit von Positionen und Stilen verzichtet. Es geht auch nicht um eine Gesamtschau einer wie auch immer gearteten künstlerischen Topographie der bayerischen Metropole. Vielmehr sollen mit "MÜNCHEN FOCUS '88" jene individuellen Haltungen vorgestellt werden, die auch von außen sichtbar im internationalen Vergleich wahrnehmbar erscheinen.