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1989 31. März bis 21. Mai JAMES ENSOR Belgien um 1900 |
€ 13,- Nach Magritte und Delvaux stellt die Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung nun den dritten großen belgischen Maler des 19./20. Jahrhunderts vor: Das Lebenswerk James Ensors (1860-1949) ist mit Arbeiten aller Schaffensperioden dokumentiert. Daneben geben Bilder 18 weiterer Künstler einen Eindruck vom vielfältigen belgischen Kunstschaffen um 1900. Die herausragendste, differenzierteste und originellste Persönlichkeit ist jedoch James Ensor. Als Sohn einer belgischen Mutter und eines englischen Vaters wächst er in Ostende auf, einer Stadt, der er zeitlebens treu verbunden ist. Ensor, vor allem Kolorist, malt zunächst unter dem Eindruck des Impressionismus Städteansichten, Interieurs, Bildnisse, Stilleben und burleske Szenen. Seit der zweiten Hälfte der achtziger Jahre schafft er religiöse Szenen mit visionär-expresssiven Zügen und surrealen Verfremdungseffekten. Sie dürften, ebenso wie seine berühmten Maskenbilder, die mitleidlos menschliche Schattenseiten karikieren, als Ausdruck persönlicher Problematik zu betrachten sein: Abhängigkeit von einer wenig motivierenden und schwierigen Familie, ebenso wie Entäuschung über gesellschaftliche Ablehnung seiner Arbeit. Anerkennung findet Ensor, dessen Werk sich letztendlich jeder Zuordnung entzieht, erst in späteren Jahren. Das Schaffen der hierzulande weniger bekannten Zeitgenossen repräsentiert in hoher Qualität die verschiedenen Stilrichtungen um die Jahrhundertwende. So verarbeitet z.B. Henri de Braekeleer in seinen Interieurs und Genreszenen die Anregungen der älteren niederländischen Malerei, besonders Pieter de Hoochs. Naturalistische und mystisch-symbolische Elemente mischen sich bei Léon Frédéric, dem klassischen Schilderer des Bauernlebens in den Ardennen. Fernand Khnopffs Arbeiten, unter dem Eindruck von Burne-Jones und Gustave Moreau, stehen für den Symbolismus. Natürlich fehlen auch nicht jene Künstler, die sich, zum Teil vom Naturalismus ausgehend, mit Impressionismus und Pointillismus auseinandersetzen, wie Emile Claus, Henri van de Velde, Henri Evenepoel und Pericles Pantazis. Die Ausstellung beinhaltet insgesamt 109 Exponate, davon 72 von James Ensor, die von europäischen, amerikanischen und israelischen Museen, Galerien und privaten Sammlern zur Verfügung gestellt worden sind. Für die wissenschaftliche Bearbeitung und Konzeption zeichnet Frau Dr. Lydia Schoonbaert, Direktorin des Museums voor Schone Kunsten in Antwerpen, verantwortlich. |
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