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In diesem Sommer zeigt die Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung eine große Gruppenausstellung unter dem Titel Zurück zur Figur. Malerei der Gegenwart. Als Reaktion auf den figurativen Malerei-Boom, den der Kunstmarkt in den letzten Jahren verzeichnet hat, versammelt dieses Projekt Bilder von 80 nationalen und internationalen Künstlern.

Konzentriert auf die Auseinandersetzung mit dem Bild des Menschen – also weder Landschaft noch Stillleben sind hier mit Figuration gemeint – wurde junge Kunst ausgesucht. Hierbei war nicht das Alter des Künstlers, sondern das Entstehungsdatum des Werkes ausschlaggebend. So zeigt die Ausstellung nur Bilder, die nach dem Jahr 2000 gemalt wurden. Dadurch entsteht ein Kaleidoskop aktueller Malerei, das erstmals einen kritischen Überblick auf die Figuration im 21. Jahrhundert ermöglicht.

Die Kuratoren der Ausstellung, Dr. Christiane Lange, seit 1. 3. 06 Direktorin der Hypo-Kunsthalle und Dr. Florian Matzner, Professor an der Akademie der Bildenden Künste in München, gliedern die etwa 120 Werke unter folgenden Überschriften:
    sachlich-magisch-surreal porträt
    körper und psyche
    pop-crossover-subkultur
    alltag-gesellschaft-politik
    welten-gegenwelten

Durch ihre Zusammenstellung machen die Bilder deutlich, welche Genres und Traditionslinien für die aktuelle Malerei wichtig sind. Ein besonderer Reiz liegt im Dialog der verschiedenen Generationen, denn »Altmeister«, wie Lucian Freud, Eric Fischl, Mel Ramos, Alex Katz oder Maria Lassnig sind ebenso zu sehen wie Jungstars der Szene, Neo Rauch, Jenny Saville, John Currin oder Glenn Brown, um einige wenige zu nennen. Aber auch weitgehend unbekannte Künstler können und sollen in dieser Ausstellung entdeckt werden.

Die beiden großen Linien der Moderne, Abstraktion und Figuration, verliefen immer parallel, letztere jedoch wurde bereits unzählige Male für tot erklärt. Der Titel der Ausstellung Zurück zur Figur meint keineswegs eine Zurückwendung oder gar einen Rückschritt zu überkommenen Modellen. Vielmehr will er Anregung sein, darüber nachzudenken, ob es analog zum »Retour à l’ordre« in den 1920er Jahren auch heute gesellschaftliche Verunsicherungen gibt, die Auslöser für den figurativen Trend unserer Gegenwart sind.

Die Ausstellung präsentiert dem Besucher einen Überblick über die Bandbreite aktueller figürlicher Malerei. Sie gibt Anreiz, deren Vielfalt vor den Originalen zu entdecken. Diese Übersicht zum gegenwärtigen Malereiboom ermöglicht es dem Szenekenner kritisch Bilanz zu ziehen.

Zur Ausstellung erscheint im Prestel Verlag, München ein umfangreicher Katalog mit Aufsätzen von Robert Fleck, Cornelia Gockel, Julia Haußmann, Christiane Lange, Florian Matzner, Reinhard Spieler und Susann Waldmann. Wie immer sind alle ausgestellten Werke farbig abgebildet; anhand der Künstlernamen von A–Z gegliedert, lässt er sich wie ein Lexikon der Malerei der Gegenwart benutzen. Der Katalog kostet in der Kunsthalle Euro 25,-.

Künstler der Ausstellung, die von einem Münchner Galeristen vertreten werden, sind parallel in den jeweiligen Galerien mit Einzelausstellungen zu sehen. Zu diesem »figurativen Kunstsommer« in München wird ein Übersichtsplan in der Kunsthalle ausgelegt (Übersicht als PDF-Datei).

Die Ausstellung wird als zweite Station in der Schweiz gezeigt. Vom 13. Oktober bis 11. Februar 2007 präsentiert das museum franz gertsch in Burgdorf eine konzentrierte Auswahl der Münchner Schau.


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