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Fabergé/Cartier - Rivalen am Zarenhof

Diese sensationelle Ausstellung widmet sich in erster Linie einer Gegenüberstellung der zwei kaiserlich-russischen Hofjuweliere und umfasst den Zeitraum zwischen 1900 und 1917, dem Höhepunkt der Kunst Fabergés und dem schnell steigenden Ruhm des Hauses Cartier. Von den insgesamt 1000 Exponaten stammen 800 Werke von diesen beiden Künstlern.

Die Ausstellungsobjekte stellen 60 Leihgeber aus 15 verschiedenen Ländern zur Verfügung, darunter befinden sich mehrere Mitglieder des dänischen Königshauses, Museen aus Rußland, Deutschland, Amerika und dem ausländischen Europa sowie zahlreiche deutsche und europäische Fürstenhäuser.

Funkelnde kaiserliche Ostereier aus dem Kreml, über 100 Leihgaben aus der St. Petersburger Eremitage, zahlreiche Kunstwerke aus dem Privatbesitz der Zaren aus Schloss Pavlovsk sowie Gemälde aus der Tretjakov Galerie in Moskau und dem Staatlichen Russischen Museum in St. Petersburg gehören zu den noch nie in Deutschland gezeigten Meisterwerken. Die zwei letzten, erst kürzlich aufgetauchten kaiserlichen Ostereier, die der gefangene Zar seiner Mutter und seiner Frau im März 1917 nicht mehr schenken durfte, werden hier als Weltpremiere zum ersten Mal gezeigt.

Der anscheinend unerschöpfliche Reichtum der russischen Aristokratie und des jungen Moskauer Geldadels lockte die französischen Juweliere sehr an. Cartier entschloss sich 1904, dem vom Kaiserhaus bevorzugten Juwelier Fabergé vorerst mit gezielten Käufen und Bestellungen in Russland entgegenzutreten, die dann in Paris als eigene Produktion angeboten wurden. Darunter befanden sich sogar Gegenstände, die aus den Werkstätten des St. Petersburger Meisters selbst stammten. Bald produzierte Cartier eigene Steintierchen, Blumen und Email-Gegenstände à la Fabergé in Paris und verkaufte sie mit wachsendem Erfolg auch an Fabergés europäische Kundschaft. Als Cartier sich ab 1908 in der russischen Hauptstadt niederlassen wollte, wehrten sich die lokalen Künstler, darunter auch Fabergé. Sie versuchten, die französische Ware beschlagnahmen zu lassen und die Vertreter der Firma des Landes zu verweisen; allerdings ohne Erfolg. Bestimmte Mitglieder des russischen Kaiserhauses, darunter die gebürtige deutsche Großfürstin Maria Pavlovna (geb. Herzogin von Mecklenburg-Schwerin), bevorzugten den Schmuck des Pariser Meisters und nahmen ihn vor den einheimischen Juwelieren in Schutz.

Der russische Zarenhof schuf in seiner Endphase die Grundlage für diesen künstlerischen Wettstreit, bei dem die Rivalen zu immer größeren Leistungen angespornt wurden. Als Kurator konnte für diese Ausstellung Dr. Géza von Habsburg, führender Spezialist auf dem Gebiet, gewonnen werden. Gemeinsam mit Dr. Johann Georg Prinz von Hohenzollern organisierte er schon die erste, nun bereits 17 Jahre zurückliegende, Fabergé-Präsentation in der Kunsthalle.

Im Gegensatz zu dieser lengendären und nur auf einen Künstler konzentrierten Schau widmet sich die völlig neu konzipierte Ausstellung nun der Kunst gleichrangiger Kontrahenten, zu denen auch andere berühmte Pariser Juweliere, wie Boucheron, der eine große Anzahl von Leihgaben zur Verfügung gestellt hat, Chaumet, Fouquet, Lalique oder Vever sowie die russischen Konkurrenten Bolin, Hahn, Köchli und Tillander, zu rechnen sind. Gezeigt wird nicht nur die Pracht ihrer Meisterwerke, sondern auch die Personen, die einen solchen Überfluss erst ermöglichten: allen voran das Zarenhaus, verkörpert durch zahlreiche Ölbilder, Kostüme und Fotografien. Außerdem werden zeitgenössische Gemälde berühmter russischer Maler ausgestellt.

Die Ausstellung wird von einer Vortragsreihe begleitet.

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Faltblatt





English Summary

Fabergé and Cartier, rivals at the Czar ’s Court

This pioneering exhibition contrasts the art of the two great European jewellers as they vied for dominance in St. Petersburg and Paris during the brief period following the turn of the century and World War I. By this time Fabergé had attained the peak of its fame, while Cartier was beginning to expand its business,opening new offices in London, St. Petersburg and New York. Some 800 jewels and objects by the two firms out of a total of over 1000 exhibits are on loan from 60 owners in 15 different countries. They include members of the Danish Royal family,numerous German dynasties, the Art of Cartier Museum, Geneva,Boucheron Joailliers, Paris, and numerous Russian, German and American museums. Loans include 2 Imperial Easter eggs from the Kremlin Armoury Museum, over 100 jewels,paintings, drawings and costumes from the Hermitage Museum, St.Petersburg, numerous objects,statues and furniture from the Pavlovsk Palace Museum, paintings from the Tretiakov Gallery and the State Russian Museum and works of art from the Russian Historical, Fersman and National Museums, none of which have previously been shown in Germany.

In 1904 Cartier began to compete with Fabergé, acquiring and commissioning numerous hardstone carvings and enamelled objects from Fabergé’s suppliers and from the Russian master himself, offering these as its own production in Paris. During these years, both Fabergé and Cartier sold thousands of sometimes virtually identical objects of art, with those of Cartier generally believed to be by Fabergé today. In later years, Fabergé in turn began imitating the style of his Parisian competitor. When Cartier in 1908 set up business in the Russian capital, the local jewellers resisted, attempting to have the French merchandise confiscated and the firm’s representative expelled from the country – to no avail. Cartier counted on the support of infuential members of the Russian imperial house who favoured the Parisian master. Fabergé’s and Cartier’s art is shown in the context of other great Parisian jewellers such as Boucheron, Chaumet, Fouquet, Lalique and Vever as well as Russian competitors Bolin, Hahn, Köchli and Tillander. Portraits of the Imperial family,photographs and costumes form a lavish backdrop illustrating the magnificence of the Russian Imperial court.

The exhibition is curated by Dr. Géza von Habsburg, a leading specialist in this field and is organized by Dr. Johann Georg Prinz von Hohenzollern, Director of the Kunsthalle.
Munich 28th November 2003 – 12th April 2004

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